Häufige Fragen

Fragen

Antworten

Warum muss von «Ausnützungsziffer» alles auf «Überbauungsziffer» geändert werden?

 Anstatt der einschränkenden, relativ kompliziert zu berechnenden und aufwändig zu kontrollierenden Ausnützungsziffer wird für die Kernzone 2 die Überbauungsziffer eingeführt.

Die Überbauungsziffer hat einige Vorteile:

  • national geregelt
  • sehr einfach zu berechnen
  • sehr einfach zu überprüfen
  • Analyse des Bestands einfach und genau möglich
  • keine Einschränkung von Bauvorhaben innerhalb bestehender Volumen
  • fördert kompakte Bauweise (geringer Fussabdruck)

Es wird eine Mindestdichte verlangt. Wer kann bei dieser Mindestdichte Privat Bauten noch bezahlen?

Als alternative zu einem Generalunternehmer könnten Wohnbaugenossenschaften Bauten erstellen. In Bonaduz besteht ein schweizweit bekanntes, gutes Beispiel, nämlich das Haus „Buona Compagnia“

Wieso braucht es eine Fachkommission, das ist einzig Bürokratie?

Die Fachkommission wurde auf Grund der Mitwirkungsvoten fallen gelassen.

Wieviel Bevölkerungswachstum verträgt Bonaduz grundsätzlich.  Das durchschnittliche Wachstum in den letzten 10 Jahren (2008: 2793 E, 2018:3393 E) betrug in Bonaduz  2.0%. Es ist realistisch, dass sich dieses Wachstum so fortsetzt. Ein solches Wachstum kann in der Gemeinde Bonaduz gerade noch als angemessen und wünschbar bezeichnet werden, weil sich gestützt darauf auch die Dienstleistungsangebote aufrecht erhalten lassen.

Mit der Teilrevision der Ortsplanung gemäss Mitwirkung wird die daraus resultierende Gesamtbevölkerungszahl potenziell 4'100 Einwohner betragen.

Mit dem Vorschlag Futuro wären es potenziell 5100 Einwohner.

Kapazitäten:

  • Schulanlagen: mit geplantem Ausbau wird Kapazität für insgesamt ca. 500 Schüler geschaffen (heute ca. 400 also +25%).
  • Verkehr: die bestehenden Strassen sind grundsätzlich an den meisten Stellen für mehr als das doppelte des heutigen, motorisierten, durchschnittlichen täglichen Verkehrs (DTV) ausgelegt (ohne Berücksichtigung von Spitzenzeiten und ohne Bedürfnisse Velo und Fussgänger)
  • Ver- und Entsorgung: die Wasserversorgung reicht für zusätzlich 1000 Einwohner (+30%), die Abwasserhauptleitungen sind für ca. 5’000 Einwohner dimensioniert.

Warum muss überhaupt etwas geändert werden, wir könnten es doch lassen, wie es ist.

Tatsächlich wurden bis anhin nicht alle zulässigen Maximaldichten, Maximallängen und Maximalhöhen ausgenutzt. Mit den Einsprachen zum  Baugesuch Palazzo, welches eine sehr hohe Nutzungsziffer anpeilte und das Einordnungsgebot nicht beachtete, führte die Diskrepanz zwischen den verschiedenen Interessierten zu Tage.

Die Gemeinde möchte vor allem zeitnah Rechtssicherheit schaffen und hat deshalb die Thematik der angemessenen Verdichtung im Kern minutiös aufgearbeitet. Im Ergebnis liegen nun nicht nur Vorschriften und Pläne sondern auch anschauliche Modelle der Umsetzung vor. Es geht um eine langfristige Lösung für eine zentrale Frage der räumlichen und ortsbaulichen Entwicklung der Gemeinde Bonaduz.

Für Einwohner ausserhalb des Kerngebietes ist diese Abstimmung nicht relevant.

Die Kerngebiete in jeder Gemeinde sind die Aufenthalts- und die Begegnungsorte für die Bevölkerung der ganzen Gemeinde. Als Einwohner/in von Bonaduz sind sie interessiert an einem lebenswerten, einladenden Dorfkern mit Freiräumen, Fusswegverbindungen, Ladengeschäften, Dienstleistungsbetrieben etc.. Wenn man nicht selber im Dorfkern wohnt heisst das noch lange nicht, dass man kein Interesse an einem lebenswerten Dorfkern haben kann / soll.

Bonaduz ist nicht nur ein Schlafort, sondern eine der lebendigsten Gemeinden im Kanton Graubünden mit vielen Angeboten für das tägliche Leben, Naherholungsangeboten und eben einem lebenswerten Dorfkern.

 

Das Raumplanungsgesetz verlangt gar keine weiteren Verdichtungsmassnahmen.

Es gibt sehr wohl einen klaren Auftrag aus dem Raumplanungsgesetz, nämlich die Siedlungsentwicklung nach innen unter Berücksichtigung einer angemessenen Wohnqualität.

Mit der vorgeschlagenen angemessenen Verdichtung wird einerseits den Vorgaben des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes entsprochen und andererseits den Anforderungen resp. den Ergebnissen der Bevölkerungskonferenz vom 17.02.2018. Im Rahmen der kantonalen Vorprüfung wurde bekannt, dass die Teilrevision der Ortsplanung den Anforderungen bezgl. Siedlungsentwicklung nach innen, Verdichtung und Mobilisierung, der eidgenössischen Raumplanungsgesetzgebung sowie dem Kantonalen Richtplan Siedlung entspricht.

 

Wenn wir im Dorfkern nicht höher verdichten, dann wird auf Grund des Bevölkerungswachstums bald mehr Bauland in der Landwirtschaftszone nötig werden.

Mit der Teilrevision der Ortsplanung gemäss Mitwirkung wird die Einwohnerkapazität und auch die mögliche bauliche Dichte im Dorfkern um 57% erhöht. Die daraus resultierende Gesamtbevölkerungszahl von ca. 4100 Einwohnern entspricht ziemlich genau der Prognose 2030 gemäss Datenblatt des Kantons.

Mit dem Kommunalen Räumlichen Leitbild wird gewährleistet, dass nur ein beschränktes Wachstum gegen Aussen möglich ist. Es ist zur Zeit lediglich eine Einzonung geplant (ZKBN Caschners /zwei Bautiefen schon im Arealplan und im Quartierplan vorbereitet). Ansonsten sind keine weiteren Einzonungen in der nächsten Ortsplanungsrevision vorgesehen.

Die Möglichkeiten für Einzonungen und somit auch für die Beanspruchung von Landwirtschaftsland sind in Zukunft nur noch sehr eingeschränkt vorhanden.

Mit der nur «angemessenen Verdichtung» ergibt sich einen  Wertverlust. Wir haben hohe Landpreise und somit muss auch möglichst dicht gebaut werden können. Ansonsten werden die Wohnungen zu teuer.

 

Der Wert einer Liegenschaft entscheidet sich nicht ausschliesslich an der zulässigen Bruttogeschossfläche. Wertbestimmend sind auch die Lagen der Parzelle, das attraktive Umfeld, die Erschliessung etc.. Eine zu hohe Dichte kann sich gar wertmindernd auswirken.

Es soll nicht auf Kosten der Nachbarn verdichtet gebaut werden können. Die gute Wohnqualität soll für alle Grundeigentümer im Dorfkern erhalten bleiben. Dadurch bleibt die Attraktivität des Baulands erhalten und der Bodenpreis bleibt eher stabil.

NB: Die Modelle auf dem Dorfplatz visualisieren die Situation bei bestehenden Bauten, bei denen davor ein neuer Block realisiert wird.

Wie können einfache Leute dieses Baugesetz noch lesen?

 

Die Anforderungen des neuen Raumplanungsgesetzes sind tatsächlich hoch.

Die auf dem Dorfplatz aufgestellten Modelle helfen den Leuten, die sich nicht täglich mit diesen Gesetzestexten beschäftigen, sich ein Bild des Ergebnisses zu machen.

 

Wieso erfolgt die Verdichtung nicht inklusive dem Gebiet «Ginellas»?

Die Bauzonenausscheidung Ginellas basiert auf der heute noch geltenden Ortsplanung und einem rechtskräftigen Arealplan. Die Ergänzung mit der nächsten Etappe in Form eines Quartierplanes ist vorgezeichnet. Die EigentümerInnen haben einen Rechtsanspruch auf diesen letzten Umsetzungsschritt. Die Gemeinde zieht diese Ergänzung / Freigabe des Teilgebiets Ginellas deshalb nicht in Zweifel.

 

Wenn in der Kernzone 1 und 2 um 0.8 m höher gebaut werden könnte, so könnte das Dachgeschoss, das schönste Geschoss, besser gestaltet werden.

 

Auch mit den im Baugesetz vorgeschlagenen Gesamthöhen und Fassadenhöhen sind attraktive Wohnungen und Dachwohnungen möglich.

Warum werden keine modernen Bauten in der Kernzone 2 zugelassen? (Flachdächer, Attikawohnungen, Wohnungen mit grösserer Höhe)

Es sind moderne Bauten zulässig wie verschiedene Beispiele zeigen (Buona Compagnia, Holzhaus Frasnelli etc.) – Ähnliche Bauten sind nach wie vor zulässig.

Die Dachvorschriften werden nach wie vor als zweckmässig erachtet und somit nicht geändert.

Die Baubehörde kann bei guter Gestaltung und nachvollziehbarer Begründung oder im Zusammenhang mit der Nutzung von erneuerbaren Energien in der Kernzone andere Dachformen wie Giebel- und Walmdächer gestatten, wenn eine positive Beurteilung der Gestaltungsberatung vorliegt.

Attikawohnungen sowie Wohnungen mit grösserer Höhe sind ohne weiteres zulässig.

Die Baulinien sind zu einschränkend.

Aufgrund der zahlreichen Mitwirkungseingaben betreffend den neu festgelegten Baulinien nach Art. 55 KRG hat sich der Gemeindevorstand entschieden, die Baulinien wie folgt abzuändern und neu festzulegen. Die rechtsgültigen Baulinien Typ A und Typ C werden aufgehoben. Es werden neu Baulinien nach Art. 55 KRG in einem Abstand von 4.5 m vom Fahrbahnrand festgelegt. Dort wo Baulinien des Typs C rechtsgültig festgelegt waren, werden die neuen Baulinien nach Art. 55 KRG auf die bestehende Linienführung der Baulinien des Typs C gelegt.

Somit muss nicht mehr zwingend auf die Baulinie nach vorne gebaut werden, es kann aber nach vorne gebaut werden. Somit wird gegenüber den betroffenen Parzellen eine grosse Flexibilität geschaffen und der Gemeindevorstand kommt den Bedürfnissen der Mitwirkenden entsprechend umfassend entgegen.

 

Ist die Grünflächenziffer ein Muss?

 

Es ist ein Muss, wenn man eine gewisse Freiraumqualität erhalten will und nicht alle Flächen im Dorfkern betoniert und asphaltiert werden sollen, und ein angenehmes Mikroklima möglich sein soll.

 

Die minimale Fläche von 1‘800 m2 damit man im Rahmen von Quartierplänen von Bonusregelungen profitieren kann, ist zu hoch angesetzt. Richtig wären minimal 1‘500 m2 Fläche.

Die Gemeinde ist der Überzeugung, dass die Limite von 1‘800 m2 bereits sehr vorteilhaft ist für die Eigentümer. Der Minimalwert von 1‘500 m2 wäre eindeutig zu tief. Diese Meinung bestätigt sich auch beim Vergleich in Gemeinden in GR und in andern Kantonen.

Die Flächen der heutigen, bereits realisierten Quartierpläne in Bonaduz waren stets deutlich grösser als 1800 m2. Die kleinste Fläche bis heute betrug 5'812 m2 (QP Bavurtga).

Die Reduktion in der Dorfkernzone 2 auf mindestens 1800 m2, mit den zu erfüllenden Qualitätskriterien, ist ebenfalls ein Verdichtungsinstrument.

 

In der Gemeinde Landquart beträgt die minimale Fläche für eine Quartierplanung bspw. 3‘000 m2. Landquart ist etwas städtischer als Bonaduz aber durchaus vergleichbar.

In der Gemeinde Glarus Nord liegt der Grenzwert je nach Nutzungszone bei 3‘000 m2, bzw. 5‘000 m2 je nach Zonentyp. Glarus Nord ist zwar in der Summe wesentlich grösser als Bonaduz (18‘000 Einwohner) aber unterteilt in 8 Ortschaften, die als einzelne Ortschaften durchaus eine zu Bonaduz vergleichbare Grösse aufweisen.

In diesem Quervergleich ist das Minimalmass von 1‘800 m2 Beizugsfläche, was in der Regel 3 – 5 Bauplätze umfassen kann, angemessen, bzw bereits vorteilhaft tief angesetzt.

 

Haben Sie weitere Fragen zur Teilrevision der Ortsplanung Dorfkern Bonaduz?

Stellen Sie sie hier, wir antworten Ihnen baldmöglichst. Sie lesen dann unsere Antworten in dieser Rubrik.

Kontaktstellen

Leiter Bauamt

Hansjörg Ernst
Telefon 081 660 33 00
E-Mail: hansjoerg.ernst@bonaduz.ch

Gemeindepräsidentin

Elita Florin-Caluori
Telefon 081 660 33 66
E-Mail: elita.florin-caluori@bonaduz.ch

Gemeindevorstandsmitglied Ressort Bau, Verkehr

Marcus Vontobel
Telefon 079 671 32 59
E-Mail: bau@bonaduz.ch